Das Schreibprogramm ist offen. Die weiße Seite wartet voller Vorfreude darauf, endlich mit Buchstaben gefüttert zu werden, aber die Tasten denken nicht einmal daran, diesem Wunsch nachzukommen. Stattdessen liegen sie ohrenbetäubend leise unter den nervös zuckenden Fingerspitzen. Haben wir denn jetzt jede Verbindung zum Gehirn verloren? Hallo, Ideen? Wart ihr nicht eben noch da?

Heftige Symptome, klare Diagnose: Die Angst vorm weißen Blatt. Betroffen sind meist Schreiberlinge, Autoren und Kreativschaffende. Die Folgen sind fatal, reichen von Stress, über Wutzustände, bis hin zur puren Verzweiflung. Doch es gibt Hoffnung auf Heilung. Für alle, die vor der weißen Leere sitzen und sich fragen «Wie fang ich nur an?», hier ist eure Lösung.

 

Wie fängt man gute Texte an?

Mit Struktur. Klingt einfach, ist es auch. Wer vor dem Schreiben seine Hausaufgaben macht, erstickt die Angst vorm weißen Blatt im Keim. Das spart Zeit und Nerven, manchmal auch Geld. Worum geht’s? Womit kannst du das in Verbindung bringen? Für wen schreibst du überhaupt? Erst musst du diese Fragen beantworten, dann kannst du fröhlich drauf lostippen.

 

1. Thema abstecken
Vermutlich hast du schon ein Thema, dann heißt das Schlüsselwort «abstecken». Sei so konkret wie möglich. Es hilft, deine Spielwiese mit Stichworten abzustecken und dich dann zu fragen «Was davon ist richtig spannend? Wirklich richtig spannend?». Streiche, was nicht zutrifft, was nicht relevant, nicht unterhaltsam, nicht hilfreich und ohne Mehrwert für den Leser ist.

 

2. Verbindungen suchen
Jetzt wo du dein Thema hast, schreibst du noch nicht los, sondern sorgst erst für ein bisschen Spannung. Überraschende Wendungen und unerwartete Verbindungen sorgen beim Leser für ein echtes Aha-Erlebnis. Womit kannst du dein Thema in Verbindung bringen? Recherchiere, stell dir verschiedenste Landschaften vor, denke an Gefühle, an Menschen und Alltagssituationen. Was passt? Was passt nicht und wie kannst du es trotzdem in Verbindung bringen?

Kreativtipp:
Google nach «Wortliste» und lass dich von Ideen inspirieren.

 

3. Perspektive wechseln
Du schreibst nicht für dich, sondern für deinen Leser. Je genauer du weißt, wer das ist, umso leichter fällt das Schreiben. In der Werbung nennt man diese fiktiven Personen «Buyer Persona». Stell dir vor, dein Leser sitzt dir gegenüber und du erklärst ihm, was du vor hast zu schreiben. Was sagt er zu deinen Stichworten? Interessieren ihn alle Inhalte? Fehlt ihm noch was?

Kreativtipp:
Such dir als Persona jemanden aus deinem Familien- und Freundeskreis aus, damit es dir leichter fällt. Wen interessiert dein Thema? Für wen könntest du deinen Text schreiben? Und dann stell dir euer Gespräch vor.

 

Wenn die drei Hausaufgaben erledigt sind, wars das mit Schreibblockaden und der Angst vorm weißen Blatt. Als Einstieg und Aufhänger bietet sich deine ungewöhnliche Verbindung förmlich an – damit gewinnst du die Aufmerksamkeit deiner Persona. Dann musst du nur noch euer Gespräch in schöne Worte fassen. Viel Spaß beim Erzählen!

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